Besucherzähler

Heute 66

Insgesamt 2328189

Viele HAZ-Leser bieten finanzielle sowie aktive Hilfe an und reagieren mit Empörung über das Vorgehen der Politiker.

In seinem Urteil vom 19.01.2000 sprach der 11. Senat des Bundesverwaltungsgerichts den so genannten "Kampfhunden" das erforderliche Maß an sozialer Akzeptanz ab. Das u. a. auch dieser Befund nicht zutrifft, dass beweist die erfreuliche Resonaz vieler HAZ-Leser auf das Schicksal von Pit Bull "Tiquila", über die wir an dieser Stelle in Form der beiden nachfolgenden Artikel Hilfe für "Tiquila" und Familie kann Kampfhund behalten unbedingt berichten (müssen) möchten.


Ihr Team von Hund und Halter e.V.




Hilfe für

HAZ-Leser wollen spenden

Das Schicksal des als Kampfhund eingestuften "Tiquila" bewegt viele Tierfreunde in der Region. Nachdem die HAZ am Sonnabend darüber berichtet hatte, dass der Pitbull-Mischling wegen Steuerschulden seiner Halterin möglicherweise getötet werden muss,erreichten die Redaktion zahlreiche Hilfsangebote. "Es ist unglaublich, wie herzlos mit Menschen, die sich ihrer Verantwortung stellen, umgegangen wird", schreibt etwa Leserin Dagmar Seidel-Raschke aus
Pattensen.

Hundehalterin Andrea H. ist wegen der Kampfhund-Einstufung ihres als friedlich beschriebenen Tieres in einer ausweglosen Lage: Sie kann sich die erhöhte Steuer samt Versicherung für ihren Hund nicht leisten. Zugleich lehnt es ihre Tierärztin ab, den Hund wegen finanzieller Not der Halterin zu töten. Wie der Frau und "Tiquila" am besten zu helfen ist und ob und wie gespendet werden kann, klärt die HAZ-Redaktion zügig mit dem Tierschutzverein. lok


HAZ 15.03.2005






Familie kann Kampfhund behalten

Viele HAZ-Leser helfen Pitbull-Mischling "Tiquila" / Empörung über Politiker

Andrea H. und ihr 15-jähriger Sohn Steven müssen sich von ihrem Pitbull-Mischling "Tiquila" nicht trennen: Bei der HAZ haben sich so viele Leser gemeldet, die Mutter und Sohn helfen wollen, dass die Spenden für die hohe Kampfhundesteuer aller Voraussicht nach ausreichen. Zwei alte Damen, 86 und 88 Jahre alt, wollen die 600 Euro Steuern und die Versicherungssumme von 272 Euro für dieses Jahr übernehmen. "Ich kann es nicht fassen", sagt die 35-jährige Andrea H. leise. "Steven wollte auf alles verzichten, wenn er nur seinen Hund behalten dürfte. Jetzt wird er überglücklich sein."

Über den Rat der Stadt Hannover sind fast alle Spender empört: Auch für sanfte und friedliche Kampfhunde, die wie Tiquila den Wesenstest mit Bravour bestanden haben, müssen die Besitzer die zehnfache Hundesteuer zahlen. Wegen der unsicheren Rechtslage waren die Bescheide zum Teil ausgesetzt worden. Andrea H. als allein erziehende Mutter kann jetzt die rund 1900 Euro Nachforderung nicht aufbringen, nicht einmal in Raten. "An solche Einzelschicksale haben diese Bürokraten im Rathaus wohl nicht gedacht", meint ein Geschäftsmann. "Hauptsache, sie stecken sich die eigenen Taschen voll." Auch der Unternehmer hat finanzielle Hilfe zugesichert.

Die beiden alten Damen, die sich die laufenden Kosten für dieses Jahr teilen wollen, hatten unabhängig voneinander denselben Gedanken. "Wir sind noch fit", betont die 86-Jährige. "Sollte aber eine von uns sterben, dann übernimmt die andere die ganze Summe. Wir stehen zu unserem Wort." Die beiden Freundinnen sind mit Hunden aufgewachsen und wissen, wie weh es tut, ein geliebtes Haustier zu verlieren. "Was mag eine Mutter durchmachen, die ihrem Sohn sagen muss, dass das Geld für den Hund nicht mehr reicht", fragt sich eine junge Frau. "Finanzielle Not darf doch kein Grund sein, ein Tier zu töten, auszusetzen oder wegzugeben."

Zahlreiche Leser möchten Andrea H. nicht nur mit Geld unterstützen. Steuerberater bieten ihre Hilfe an, Anwälte wollen die Rechtslage überprüfen, um eventuell gegen die Hundesteuer gerichtlich vorzugehen. Eine Leserin verweist auf eine Versicherung, bei der jeder Hund - unabhängig von seiner Rasse - nur 60 Euro Prämie im Jahr koste. Bei einem Wechsel der Versicherung könne Andrea H. mehr als 200 Euro sparen, meint sie. joe

HAZ 16.03.2005






Kampfhund bleibt bei Familie

HAZ-Leser spenden für Pitbull Tiquila

Andrea H., ihr 15-jähriger Sohn Steven und der Pitbull-Mischling Tiquila sind wieder glücklich: Der Hund kann bei der Familie bleiben, weil HAZ-Leser mit Spenden geholfen haben, die fälligen Rechnungen zu begleichen. Die von der Stadt zunächst gestundeten Hundesteuern sind bezahlt, die Versicherung und die erhöhte Kampfhundesteuer für dieses Jahr ebenfalls. Die HAZ-Leser haben der verzweifelten Mutter und ihrem Sohn sogar so großzügige Summen überwiesen, dass beide für Tiquila ein Sparbuch anlegen konnten. Das Geld würde reichen, um auch für 2006 und 2007 jeweils 600 Euro Steuern zu bezahlen. "Nächste Woche fährt Steven ins Landschulheim“, berichtet Andrea H. "Wenn er Angst haben müsste, der Hund wäre bei seiner Rückkehr nicht mehr da, würde er gar nicht mitfahren.“

Wochenlang hatte Andrea H. nach einem Ausweg gesucht, den zehnjährigen Tiquila trotz der plötzlichen Steuererhöhung behalten zu können. Die allein erziehende Mutter hatte den Pitbull als Welpen halb tot aufgelesen und war monatelang mit ihm in die Tierärztliche Hochschule gefahren. "Wir sind durch Dick und Dünn gegangen“, sagt sie. Tiquila sei sehr anhänglich und verschmust. Auch Tierärztin Renate Fries-Jung ist von ihm begeistert. Als Andrea H. sie unter Tränen bat, den Hund einzuschläfern, weil ihn niemand haben wollte, wandte sich die Ärztin an die HAZ.

Für zweckgebundene Spenden mit dem Stichwort "Tiquila“ stellte der Tierschutzverein Hannover eines seiner Konten zur Verfügung. Dort gingen fast genau 1900 Euro ein. "Wir haben damit die Steuerrückstände bezahlt“, erklärt Geschäftsführer Heiko Schwarzfeld. Zugleich wandten sich Leser direkt an die Tierärztin und spendeten weitere rund 2000 Euro. Davon hat Andrea H. Steuern und Versicherung für dieses Jahr beglichen. "Ich kann es noch immer nicht glauben, dass uns so viele Menschen geholfen haben“, sagt sie. "Wir beide sind so dankbar.“

Es ist ihr peinlich, dass noch Geld für die nächsten beiden Jahre übrig ist. Darum hat sie Kontakt zu einer Rechtsanwältin aufgenommen, die die städtische Steuersatzung für Kampfhunde vor Gericht zu Fall bringen will. "Wenn ich mich an den Prozesskosten beteilige, kann ich vielleicht auch anderen Hunden ihr Zuhause erhalten“, meint sie. "Es gibt viele liebe Hunde wie Tiquila.“ joe

HAZ 04.04.2005




(Der Auslöser für diese erfreulichen Leserreaktionen >>)