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HAZ-Leser spenden für Pitbull Tiquila

   Andrea H., ihr 15-jähriger Sohn Steven und der Pitbull-Mischling Tiquila sind wieder glücklich: Der Hund kann bei der Familie bleiben, weil HAZ-Leser mit Spenden geholfen haben, die fälligen Rechnungen zu begleichen. Die von der Stadt zunächst gestundeten Hundesteuern sind bezahlt, die Versicherung und die erhöhte Kampfhundesteuer für dieses Jahr ebenfalls. Die HAZ-Leser haben der verzweifelten Mutter und ihrem Sohn sogar so großzügige Summen überwiesen, dass beide für Tiquila ein Sparbuch anlegen konnten. Das Geld würde reichen, um auch für 2006 und 2007 jeweils 600 Euro Steuern zu bezahlen. "Nächste Woche fährt Steven ins Landschulheim“, berichtet Andrea H. "Wenn er Angst haben müsste, der Hund wäre bei seiner Rückkehr nicht mehr da, würde er gar nicht mitfahren."

   Wochenlang hatte Andrea H. nach einem Ausweg gesucht, den zehnjährigen Tiquila trotz der plötzlichen Steuererhöhung behalten zu können. Die allein erziehende Mutter hatte den Pitbull als Welpen halb tot aufgelesen und war monatelang mit ihm in die Tierärztliche Hochschule gefahren. "Wir sind durch Dick und Dünn gegangen", sagt sie. Tiquila sei sehr anhänglich und verschmust. Auch Tierärztin Renate Fries-Jung ist von ihm begeistert. Als Andrea H. sie unter Tränen bat, den Hund einzuschläfern, weil ihn niemand haben wollte, wandte sich die Ärztin an die HAZ.

   Für zweckgebundene Spenden mit dem Stichwort "Tiquila" stellte der Tierschutzverein Hannover eines seiner Konten zur Verfügung. Dort gingen fast genau 1900 Euro ein. „Wir haben damit die Steuerrückstände bezahlt“, erklärt Geschäftsführer Heiko Schwarzfeld. Zugleich wandten sich Leser direkt an die Tierärztin und spendeten weitere rund 2000 Euro. Davon hat Andrea H. Steuern und Versicherung für dieses Jahr beglichen. "Ich kann es noch immer nicht glauben, dass uns so viele Menschen geholfen haben“, sagt sie. "Wir beide sind so dankbar."

   Es ist ihr peinlich, dass noch Geld für die nächsten beiden Jahre übrig ist. Darum hat sie Kontakt zu einer Rechtsanwältin aufgenommen, die die städtische Steuersatzung für Kampfhunde vor Gericht zu Fall bringen will. "Wenn ich mich an den Prozesskosten beteilige, kann ich vielleicht auch anderen Hunden ihr Zuhause erhalten", meint sie. "Es gibt viele liebe Hunde wie Tiquila." joe

Quelle: HAZ, 04.04.2005