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So blutig wie möglich wurde der Angriff eines vermeintlichen Pit Bulls dargestellt - tatsächlich aber handelte es sich um einen "harmlosen" Collie-Mischling.



Originaltext aus der Nordsee-Zeitung vom 26. Februar 1998



Pitbull "zerfetzt" Dackeldame
Kampfhund in Lehe nicht angeleint - Kessy schwebt in Lebensgefahr

Plötzlich war der Pitbull da. Zweimal schnappte er zu, glitt mit dem Maul ab, beim dritten Mal biß er sich in einem Dackel namens Kessy fest. Das Opfer schrie und kläffte, die verzweifelte Besitzerin riß am Maul des Pitbulls, aber der Kampfhund war stärker. Der Dackel schwebt noch immer in Lebensgefahr, die Besitzer sind geflohen.

Auch ein Tag danach ist Frau K. (Anm.: der Name wurde gekürzt) noch angespannt. Sie war am Dienstag mit Kessy auf der Batteriestraße unterwegs, als plötzlich der Pitbull heranraste. Sie riß noch ihren Dackel an sich, aber der Kampfhund zerriß in seinem wütenden Ansturm erst den Mantel der Frau, dann griff er den kleinen Hund an.
Zwei Männer riefen hinter dem Pitbull her, aber er hörte nicht. Zu dritt versuchten sie, den Biß zu lösen. Das Spektakel lockte zahlreiche Bewohner der Straße an die Fenster. Die Frau K. rief ihnen zu, die Polizei zu rufen. Aber niemand reagierte. "Der hat Kessy richtig zerfetzt, überall war Blut", beschreibt sie das schreckliche Erlebnis.

Endlich nahm einer der jungen Männer einen Stock und schob ihn in das Gebiß des Kampfhundes, bis er lockerließ. "Das sah aus, als ob er das schon öfter gemacht hat." Wie aus dem Nichts tauchte nun eine Bekannte mit ihrem Auto auf und brachte Kessy mit Frauchen zum Tierarzt. Die Nachbarn, sah die Frau K. im Wegfahren, schlossen die Fenster wieder. "Vorstellung beendet", beschrieb sie das sarkastisch.
Beim Arzt erfuhr sie: Der linke Lungenflügel war durchbissen, die schwere Verletzung wird nun mit Medikamenten behandelt. Wenn sich die Wunde entzündet, muß Kessy wohl eingeschläfert werden. Seit fast acht Jahren lebt Kessy bei Frau K. , sie ist aufgewühlt.
Die beiden jungen Männer und ihr Pitbull waren natürlich längst verschwunden, als die immer noch unter Schock stehende Frau zurückkehrte. Wie kann das nur angehen, daß so ein gefährliches Tier nicht angeleint ist? fragt sie sich. Doch: Leinenzwang ist in der Stadt nicht vorgeschrieben, sagt die Polizei, es se denn, es handelt sich um Hunde, die schon mal ein Tier oder einen Menschen angegriffen haben.




Wie war es wirklich? Wir fragten nach.



In einem Gespräch mit dem Chef der Polizeibehörde von Bremerhaven konnten wir erfahren, daß es sich bei dem so brutal geschilderten Überfall des Pit Bulls, tatsächlich um den eines Colli-Mischlings handelte!