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Hunde-Attacke mit 2400 Euro geahndet

Strafrichter    Rodenkircher der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gesprochen - Berufung

   Die Überschrift täuscht "ein wenig" über das eigentliche Geschehen und das daraus zu ziehende Fazit hinweg. Trotz mehrfacher Attacken eines Hundes gegen Artgenossen und letztendlich auch gegen die Halterin des letzten Opfers musste durch die Geschädigten erst eine Unterschriftenaktion initiiert werden, um das zuständige Ordnungsamt nach einem dritten Vorfall zum Handeln zu bewegen. Wer jetzt jedoch glaubt, man hätte die bestehenden gesetzlichen Regelungen, in diesem Fall das NHundG, beachtet und umgesetzt, der irrt gewaltig. Es wurde lediglich ein unfruchtbares Gespräch mit dem Hundehalter geführt.

   Unfruchtbar deswegen, weil der betreffende Hund nun zum vierten Mal einen Artgenossen und anschließend auch dessen Halterin angriff und verletzte. Zwar führte dieser letzte Vorfall durch eine Klage der geschädigten Hundehalterin dazu, dass der Halter des aggressiven Hundes zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt wurde, wofür jedoch maßgeblich die Uneinsichtigkeit des Mannes, der auch schon wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt aktenkundig wurde, entscheidend war.

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   Ein weiterer Aspekt, der insbesondere bei allen Listenhundehalter Verdruss auslösen wird, aber auch allen anderen Menschen die Unsinnigkeit der erhöhten Hundesteuer verdeutlichen sollte: Wie in vielen Kommunen, so wurde auch in der Gemeinde Stadland, in der der uneinsichtige Hundehalter zuhause ist, vorgeblich zum Schutze der Bürger im Jahre 2001 eine erhöhte Besteuerung gefährlicher Hunde eingeführt. Listenhundehalter zahlen hier pauschal und ungeachtet der durch Wesenstest nachgewiesenen Ungefährlichkeit ihrer Tiere einen Steuersatz von 600 ¤. Offiziell gilt dieser Steuersatz auch für Hunde, die "bereits in der Öffentlichkeit durch eine gesteigerte Aggressivität aufgefallen sind, insbesondere Menschen oder Tiere gebissen haben…"

   Wer denn jetzt aber glaubt, dass der hier in Rede stehende uneinsichtige Halter des mehrfach auffälligen Hundes zur Entrichtung der Erhöhten Steuer herangezogen wird, der unterliegt schon dem zweiten Irrtum.

   Kürzlich berichtet mir im Zusammenhang mit obigem Fall eine hessische Tierärztin, dass ihr allein in ihrem kleinen Städtchen 3 Fälle bekannt seien, in denen die Geschädigten erst Rechtsanwälte konsultieren mussten, um das zuständige Ordnungsamt zum Handeln zu aktivieren. Und uns liegen noch weitere derartig gelagerte Fälle aus den vergangenen Jahren vor.

   Diese Fälle dokumentieren in aller Deutlichkeit, was wir alle, die sich mit der Thematik "gefährliche Hunde" seit geraumer Zeit auseinandersetzen, im Prinzip schon lange wissen: Ein Großteil der Vorfälle/Unfälle, die sich mit Hunden ereignen, hätten durch rechtzeitiges Einschreiten und Ausschöpfen der bestehenden Verordnungen seitens der zuständigen Behörden vermieden werden können.

   Was konkret möchten wir nun tun, wie können Sie uns dabei unterstützen und was haben Sie davon?

   Wir möchten die erhaltenen Informationen nach Bundesländern archivieren, die zuständigen Behörden mit den Missständen konfrontieren, die gesammelten Informationen in hundepolitische Diskussionen, anstehende Verfahren einfließen lassen und auf unserer Internetseite für jeden Interessierten zugänglich veröffentlichen. Wir werden eine "Hitliste" erstellen, in der die Bundesländer nach Anzahl der im betreffenden Land vorgekommenen Versäumnisse gelistet werden.

   Nach 12 Monaten werden die ersten drei Bundesländer ermittelt und dem im jeweiligen Bundesland für die Hunderegelung verantwortlichen Ministerium je nach Positionierung das goldene, das silberne oder das bronzene "Behördenschlamper(Ei)" überreichen.

   Sie können uns unterstützen, indem Sie uns entsprechende Zeitungsberichte eingescannt als JPG-, TIF-, oder GIF-Graphik per Email oder in Kopie per Post zukommen lassen (Wichtig: Datum der Veröffentlichung und Name der Zeitung/Zeitschrift nicht vergessen). Sehr schön wäre es, wenn Sie uns den betreffenden Artikel auch gleich als Abschrift im Wordformat zukommen ließen. Ebenfalls eignen sich Artikel, die Sie bspw. im Internet ausfindig und als Worddokument abgespeichert haben. Jedoch bitte keine Berichte per Fax senden - die Qualität ist häufig nicht zur Weiterverarbeitung geeignet oder nur mit sehr großen Aufwand möglich. Sofern Sie selbst schon in Form von Leserbriefen reagiert haben oder die betreffende Behörde selbst schon in Form eines Anschreibens mit deren Versäumnis konfrontiert haben, lassen Sie uns bitte auch diese Dokumente zukommen.

   Sie können uns aber auch über entsprechende eigene Erfahrungen berichten, wenn diese den Medien nicht spektakulär und zur Veröffentlichung geeignet erschienen. Zu beachten wäre hierbei nur, dass Sie uns die korrekte Wiedergabe des Ereignisses mit handschriftlicher Unterzeichnung versichern. Sicherlich wäre es nicht schädlich, wenn Sie auch noch Zeugen benennen könnten. Sofern Bildmaterial oder Atteste zur Verfügung stehen, mit dem eventuelle Verletzungen dokumentiert werden können, wären auch diese von Interesse. (Bitte senden Sie uns entsprechende Berichte nur wenn absolut keine andere Möglichkeit in handschriftlicher Form - die Weiterverarbeitung erfordert einen erheblichen Arbeitsaufwand.)

   Was haben Sie persönlich von dieser Aktion?

   Abgesehen davon

   das Sie dazu beitragen, dass derartige Zustände öffentlich gemacht werden und die Verantwortlichen unter Druck geraten und künftig ihre Arbeit gewissenhafter ausführen,

   das Sie mit Ihrer Aktivität zukünftige Verfahren in Hundeangelegenheiten unterstützen,

   können auch Sie, sobald hinreichende Informationen zur Verfügung stehen, über das Internet auf diese zugreifen,

   verlosen wir nach Ablauf von 12 Monaten unter den fleißigsten Einsendern einige interessante Buchpreise.

   Unter den fleißigsten Einsendern verlosen wir:

   Ein Buchpaket im Wert von 85 ¤ mit folgendem Inhalt: "Die unsichtbare Leine" von Myrna M. Milani, "Die Kunst, mit dem Hund zu reden" von Gudrun Feltmann und "Hundepsychologie" von Frau Dr. Dorit U. Feddersen-Petersen (1. Platz).
 
   Ein Buchpaket im Wert von 77 ¤ mit folgendem Inhalt: "Mit dem Hund auf du" von Eberhard Trumler, "Welpentraining mit Gudrun Feltmann" und "Hundepsychologie" von Frau Dr. Dorit U. Feddersen-Petersen (2. Platz).

   Ein Buchpaket im Wert von 53 ¤ mit folgendem Inhalt: "Welpentraining mit Gudrun Feltmann", "Die Kunst, mit dem Hund zu reden" von Gudrun Feltmann und "Im Tao der Hunde" von Monika Laakes (3. Platz).

Veröffentlicht am 30.09.2004