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   Von KATHRIN REISINGER

   Stollberg/Berlin - Wer arm ist, soll sich wenigstens noch seinen Hund leisten können. Deshalb: Keine Hundesteuer mehr für Hartz IV-Empfänger! Das entschieden die Stadtväter in der sächsischen Kleinstadt Stollberg. Keine Hundesteuer mehr für die sozial Schwachen - wäre das nicht auch eine gerechte Idee für Berlin?

   Rainer-Michael Lehmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, findet: Ja! Und er geht sogar noch weiter: "Nicht nur alle Hartz IV-Empfänger, sondern auch Rentner sollten von der Hundesteuer befreit werden. Statt dessen sollten die Bußgelder erhöht und Häufchensünder schärfer verfolgt werden. Für Hundehaufen auf Spielplätzen sollten 200 Euro angesetzt werden, auf Gehwegen 100. Dann hätten wir eine saubere Stadt und mehr Einnahmen als durch die Steuer!"

   Claudia Hämmerling, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen, würde nicht so weit gehen: "Wer einen Hund kauft, leistet sich damit Luxus und sollte dafür auch Steuern zahlen." Sie ist aber für einen anderen Steuererlaß: "Wer aber ein Tier aus dem Heim holt und den Hund so vom Elend erlöst, der zeigt soziales Engagement. Und das sollte mit Steuerfreiheit belohnt werden. Die Stadt zahlt viel Geld für die Unterbringung der Hunde. Das würden wir dann sparen." Zur Zeit kostet Berlin jeder Hund im Heim 17 Euro pro Tag.


Quelle: BZ, 06.04.2005 http://bz.berlin1.de/aktuell/news/050407/hundesteuer.html