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Impfschutz prüfen - Tollwütige Füchse: Gefahr für Hund und Katze

   Hunde- und Katzenhalter sollten dringend überprüfen, ob ihr Tier gegen Tollwut geimpft ist, denn ein seuchenartiger Ausbruch der Infektionskrankheit ist jederzeit möglich.

   Bestes Beispiel dafür ist der zweite festgestellte Tollwutfall bei einem Fuchs im Neckar-Odenwald-Kreis innerhalb weniger Tage. Trotz bislang guter Impfergebnisse durch Impfköder war offenbar der Infektionsdruck zu stark. Das Baden-Württembergische Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Stuttgart befürchtet nun ein eigenständiges Tollwutgeschehen.

   "Fehlende Schutzimpfungen gefährden bei hohem Infektionsdruck nicht nur das Einzeltier, sondern die Gesundheit aller Tiere einer Art, also die Gesamtpopulation", erläutert Dr. Hans-Joachim Götz, Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e. V. (bpt), den aktuellen Fall. "Eine hohe Populationsimmunität gewährleistet, dass ein Virus keine genügend große Zahl empfänglicher Tiere findet und die Infektionskette daher nach wenigen Tierpassagen beendet ist."

   Nahezu alle Säugetiere und auch Vögel können an Tollwut erkranken. Vornehmlich wird sie durch Fleischfresser übertragen. An erster Stelle steht der Fuchs. Das Tollwutvirus wird mit dem Speichel infizierter Tiere ausgeschieden und in der Regel durch Biss oder Kratzen weitergegeben. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Biss durch ein infiziertes Tier bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt zwischen acht Tagen und zwei Monaten. Aber auch eine längere Inkubationszeit ist möglich.

   Der Krankheitsverlauf ist kurz. Infizierte Tiere verändern ihr Verhalten. Sie werden nervös, scheu, haben Schluckbeschwerden und vermehrten Speichelfluss. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die Tiere aggressiv und bissig. Kurz vor ihrem Tod treten hochgradige Lähmungserscheinungen auf. Die Tollwuterkrankung kann nicht behandelt werden.

   "Als so genannte Zooanthroponose kann Tollwut vom Tier auch auf den Mensch übertragen werden. Das macht sie so besonders gefährlich", warnt Götz. "Umso wichtiger ist es, Hunde und freilaufende Katzen regelmäßig durch eine vorbeugende Impfung zu schützen."

   Quelle: bpt, Frankfurt/M, 16. Dezember 2004