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Zunehmend sehen sich Halter von Hunden und Katzen mit dieser Frage konfrontiert. Nachstehend finden Sie einige Presseberichte bzw. Auszüge aus Informationsschriften zum Thema.

Vogelgrippe:Jetzt gilt Hauspflicht für Katzen

SEUCHE Scharfe Schutzmaßnahmen in Infektionsgebieten - Hunde mit Leinenzwang betroffen - Krisenstab tagt erneut

Das Impfen von Haustieren in Deutschland ist keine sinnvolle Option. Davon sind Experten überzeugt.

   BERLIN/DPA - Katzen müssen im Haus bleiben, Hunde an die Leine: Nach dem ersten Vogelgrippefall bei einem Säugetier in Deutschland gelten in Infektionsgebieten verschärfte Schutzmaßnahmen. Darauf einigte sich der Nationale Krisenstab von Bund und Ländern für Tierseuchen am Mittwoch. Zuvor war die H5N1-Infektion einer Katze auf Rügen bekannt geworden.

   Angesichts der Ausbreitung der Vogelgrippe hält das Agrarministerium eine Stallpflicht über April hinaus für möglich. „Wenn wir ein grassierendes Geschehen über den Vogelzug hinaus haben sollten, bleibt uns nichts anderes übrig”, sagte der Leiter des Nationalen Krisenstabes, Agrarstaatssekretär Gert Lindemann. Mit etwas Kreativität könnten die Tierhalter damit aber gut zurechtkommen. Ausnahmen bei der Stallpflicht sind möglich, wenn Tiere unter einer dichten Abdeckung und mit Seitenbegrenzung gehalten werden. Bund und Länder gehen nicht davon aus, dass es erneut zu einem massenhaften Auftreten der Vogelgrippe wie auf Rügen kommt. Die Vogel-schwärme zögen demnächst weiter.

   Nicht nur auf Rügen sollen in Sperrzonen - drei Kilometer um den Fundort infizierter Vögel - tote oder auf-fällige Säugetiere untersucht werden. Das Impfen von Haustieren halten Bund und Länder nicht für eine Option. Derzeit gebe es keinen geeigneten Tierimpfstoff.

   Der Deutsche Tierschutzbund warnte vor Panikmache. Ein bundesweiter Hausarrest für Katzen sei nicht angemessen. Halter sollten aber in Vogelgrippe-Gebieten genau auf ihre Tiere achten. Nach Behördenangaben war die Katze von Rügen ein Streuner mit wenig Kontakt zu Menschen. Bayern und Baden-Württemberg hatten nach Bekanntwerden des Falls eine Hauspflicht für Katzen und Leinenzwang für Hunde in Sperrbezirken erlassen.

   Quelle: Nordwest-Zeitung 02.03.2006






Vorsicht im Umgang mit Haustieren

THEMA: FOLGEN DER VOGELGRIPPE

   VON RASMUS BUCHSTEINER

   FRAGE: Erstmals in Deutschland ist das Vogelgrippe-Virus H5N1 bei einer Katze nachgewiesen worden. Wie bewerten Sie den Fall?

   GÖTZ: Das bedeutet eine neue Qualität der Ausbreitung der Seuche in Deutschland. Wenn sich herausstellen sollte, dass es sich tatsächlich um die hoch pathogene Virusvariante handelt, müssen wir von einer erheblichen Infektionsgefahr für Säugetiere insgesamt ausgehen. Grundsätzlich war allerdings bekannt, dass sich Katzen unter bestimmten Umständen infizieren können.

   FRAGE: Was raten Sie Katzen-haltern?

   GÖTZ: Wer in der Nähe eines Ausbruchsgebiets wohnt, sollte seine Katze drinnen halten - auch wenn es den Tieren von ihrer Natur her schwer fällt. In jedem Fall sollten Katzen weder Vögel jagen noch mit toten Vögeln in Kontakt kommen. Das ist jetzt das Gebot der Stunde.

   FRAGE: Können sich Menschen bei infizierten Katzen anstecken?

   GÖTZ: Bisher sind wir davon ausgegangen, dass infizierte Katzen nur wenig Viren ausscheiden und der Umgang mit den Tieren auch sonst kein Ansteckungsrisiko bedeutet. Das sollten die zuständigen Institute jetzt noch einmal genau untersuchen, damit wir Risiken minimieren können. Deshalb raten wir zur Vorsicht im Umgang mit allen Haustieren. Nach jedem Berühren sollten die Hände gewaschen werden.

   FRAGE: Sind auch Hunde gefährdet, sich zu infizieren?

   GÖTZ: Hunde fressen gelegentlich Aas - auch von toten Vögeln. Genaue
Erkenntnisse, ob sich auch Hunde infizieren können, hat die Wissenschaft bisher nicht. Anders als bei den Katzen fehlen entsprechende Studien. Wer bei seinem Haustier schwere Atemwegserkrankungen feststellt, sollte genau überprüfen, ob sich das Tier in einem Risikogebiet bewegt haben könnte. Generell empfehlen wir aber immer einen gründlichen Gesundheitscheck beim Tierarzt. Denn die Erfahrung lehrt: Auch bei anderen Krankheiten stecken sich zunächst Tiere an, die ohnehin bereits gesundheitliche Probleme haben oder nicht ausreichend geimpft sind.

Hans-Joachim Götz ist Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte. Er mahnt zur Vorsicht beim Umgang mit Haustieren.

   Quelle: Nordwest-Zeitung 02.03.2006






Können auch Säugetiere, z.B. Haustiere wie Hunde und Katzen, an der Geflügelpest/Vogelgrippe erkranken?

Auszug aus: Antworten auf Fragen zur hoch pathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest, „Vogelgrippe“)

   Friedrich-Loeffler-Institut Stand 26.02.2006

   Fleischfresser können sich infizieren, wenn sie große Mengen des Erregers aufnehmen. Dies könnte bei der Verfütterung von an Geflügelpest erkrankten oder verendeten Hühnern geschehen. So gibt es Berichte aus Südostasien, dass Großkatzen (Tiger, Jaguare) in Zoos über diesen Weg erkrankten und starben. Katzen können mit H5N1 Virus infiziert werden und erkranken, allerdings sind hier große Virenmengen erforderlich. Katzen spielen bei der Verbreitung des Virus bisher keine Rolle.

   Unabhängig von der Vogelgrippe sollten Hauskatzen, die als Freigänger gehalten werden, generell keine Singvögel jagen. Dies kann durch geeignete Maßnahmen wie z. B. das Tragen eines Glöckchens am Halsband vermieden werden.

   Eine Erkrankung von Hunden ist bis jetzt nicht bekannt.

   Bei Schweinen wurden lediglich in 8 von rund 3000 untersuchten Tieren in Vietnam Hinweise auf einen Kontakt mit dem Erreger gefunden. Allerdings war das Virus bei keinem der Tiere nachweisbar, keines der Tiere zeigte eine klinische Erkrankung. Auch in am FLI durchgeführten Infektionsversuchen erwiesen sich Schweine als wenig empfänglich für das Virus. Infizierte Tiere waren nicht in der Lage, das Virus zu vermehren oder die Infektion weiter zu verbreiten.

   Pflanzenfressende Haustiere sind in der Regel wenig gefährdet, sich mit H5N1 zu infizieren. Rinder sind noch nie als Träger von Influenzaviren aufgefallen und gelten allgemein als resistent. Pferde sind zwar von Infektionen mit Influenzaviren betroffen, allerdings handelt es sich um völlig andere Subtypen (z. B. H3N8).

   Insgesamt besteht für die Übertragung von H5N1 zwischen Vögeln und Säugetieren eine erhebliche Barriere. Säugetiere und Menschen müssen sehr große Virusmengen aufnehmen, um sich zu infizieren. Selbst bei einer Erkrankung scheiden Säugetiere und Menschen nur sehr wenig Virus aus, so dass sich die Erkrankung unter ihnen nicht weiter verbreitet.

(Zum Institut und weiteren Informationen >>)






Die NABU-Infoseite zum Thema Vogelgrippe

Auf dieser Seite finden Naturfreunde Informationen zur Vogelgrippe aus Sicht des Naturschutzes. Der NABU bemüht sich, den jeweils aktuellsten Wissensstand wiederzugeben, kann aber für die Angaben keine Gewähr übernehmen.

(Die NABU Infoseite zum Thema Vogelgrippe >>)